Dataset: ALLBUS 2006, Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften

Variable v725: ISEI GANZEBOOM,1968,EINORDNUNG N. TERWEY

Literal Question

Ergänzender Kurzkommentar zur Variablenbeschreibung:
ISEI (ISCO 1968): Einordnungsberuf nach Terwey

0 Die relevanten Klassifikationspersonen sind ohne verwertbare Berufsangabe

Note:
Einordnungsberuf

Der Einordnungsberuf läßt auch für nicht erwerbstätige Befragte eine indirekte berufliche Klaßsifikation beispielsweise über den Beruf des/der Ehepartners/in oder des Vaters zu. Zweck des Einordnungsberufs ist es, für die Nichterwerbstätigen eine Beschreibung von Lebenslagen und sozialer Position zu erreichen, insofern sie auf einer (indirekten) Beziehung zum Beschäftigungßsystem beruhen.

Zur Erläuterung siehe:

Franz Urban Pappi 1979: Sozialstrukturanalysen mit Umfragedaten. Probleme der standardisierten Erfassung von Hintergrundsmerkmalen in allgemeinen Bevölkerungsumfragen, Königstein/Ts.: Athenäum.


Pappi (1979: 297) weist darauf hin, daß mehrere Einordnungsweisen denkbar sind. Da der von ihm selbst vorgeschlagene Einordnungsberuf weitgehend "männerzentriert" ist (z.B. werden verheiratete Frauen nach dem Beruf ihres Ehemannes eingeordnet), wurde von Michael Terwey eine weniger "männerzentrierte" Alternative entwickelt. Diese neuere Einordnung trägt auch der Vorstellung Rechnung, daß in der heutigen Gesellschaft die unmittelbare Lage des Individuums selbst stärker als bisher seine soziale Position bestimmt.

Bei der Konstruktion des Einordnungsberufs nach Terwey wird in folgenden Schritten verfahren:


1) Allen hauptberuflich Erwerbstätigen wird der derzeitige eigene Beruf zugewiesen.

2) Bei ehemals Erwerbstätigen wird der Code des eigenen früheren Berufs zugeordnet.

3) Nur diejenigen verheirateten Frauen und Männer erhalten den Beruf ihres Ehepartners, welche selbst noch nie erwerbstätig waren. Ist der Ehepartner Schüler/Student, Hausfrau/Hausmann oder Wehr-/Zivildienstleistender, wird der Vaterberuf herangezogen. Ist der Ehepartner Rentner, arbeitslos oder aus anderen Gründen nicht erwerbstätig, wurde der Befragte in früheren ALLBUS-Jahrgängen nach dem letzten Beruf des Ehepartners eingeordnet. Im ALLBUS 2006 wurde dieser Beruf nicht erfragt, daher wurde der Einordnungsberuf in solchen Fällen als nicht bestimmbar codiert.

4) Verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Befragte, die selbst nie berufstätig gewesen sind, wurden in früheren ALLBUS-Jahrgängen nach dem Beruf des ehemaligen Ehepartners eingeordnet. Da die entsprechende Information im ALLBUS 2006 nicht verfügbar ist, wurden bei solchen Befragten die Einordnungsvariablen auf "nicht bestimmbar" gesetzt.

5) Alle ledigen Befragten, die selbst nie hauptberuflich erwerbstätig waren, werden über den Vaterberuf eingeordnet.

6) Eine generelle Ausnahme bilden Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende und Auszubildende, die grundsätzlich nicht als hauptberuflich erwerbstätig im Sinne dieser Einordnung behandelt werden. Bei ihnen wird wie bei den anderen Befragten, die keinen eigenen Hauptberuf haben, der jeweils nächstmögliche Beruf zur Einordnung herangezogen. Z.B. bei den verheirateten Befragten dieser Gruppe der gegenwärtige Beruf des Ehepartners oder, wenn auch hier keine Einordnung möglich ist, der Beruf des Vaters.

Falls bei einer der für die Einordnung relevanten Berufsangaben ein fehlender Wert (Beruf unzulänglich beschrieben, Verweigert, Weiß nicht oder Keine Angabe) auftritt oder alle relevanten Berufsangaben anderweitig keine Einordnung über einen Hauptberuf zulaßsen, ist kein Einordnungsberuf bestimmbar.

Im ALLBUS 2006 wurde der Einordnungsberuf nach Pappi nicht mehr gebildet, weil in Folge von Kürzungen der ALLBUS-Demographie dazu erforderliche Informationen für einen großen Teil der Befragten nicht mehr zur Verfügung stehen (zu den Kürzungen vgl. auch den Methodenbericht zum ALLBUS 1994).



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ISEI nach Ganzeboom (bezogen auf ISCO 1968 bzw. ISCO 1988)

Bei diesem Index des sozioökonomischen Status wird im Unterschied zu den Prestigeskalen neben dem sozialen Ansehen auch Information über Ausbildung und Einkommen im Kontext von Berufen bei der ursprünglichen Skalenkonstruktion verwendet. Darauf aufbauend werden im ALLBUS jeweils ISCO 1968 oder ISCO 1988 als Klassifikationsbasis eingesetzt.

Bisher gibt es allerdings für die unvollständigen Codes und Allgemeinkategorien der ISCO noch keine Werte in der ISEI-Skala.


Zur Erläuterung siehe:

Harry B.G. Ganzeboom, Paul M. De Graaf, Donald J. Treiman und J. De Leeuw 1992: A Standard International Socio-Economic Index of Occupational Status, in: Social Science Research 21: 1 - 56.

Jürgen H.P. Hoffmeyer-Zlotnik 1993: Operationalisierung von "Beruf" als zentrale Variable zur Messung von sozio-ökonomischem Status, in: ZUMA-Nachrichten 32: 135 - 141.

Christof Wolf 1995: Sozio-ökonomischer Status und berufliches Prestige. Ein kleines Kompendium sozialwissenschaftlicher Skalen auf Basis der beruflichen Stellung und Tätigkeit, in: ZUMA-Nachrichten 37: 102 - 136.

Harry B.G. Ganzeboom und Donald J. Treiman 1996: Internationally Comparable Measures of Occupational Status for the 1988 International Standard Classification of Occupations, in: Social Science Research 25: 124 - 168.

Wolf, Christoph 1997: The ISCO-88 International Standard Classification of Occupations in Cross-National Survey Research, in: Bulletin de Methodologie Sociologique 54: 23 - 40.

Values Categories
0 N.KLASSIFIZIERBAR

Summary Statistics

Valid cases 2608
Missing cases 813
Minimum 16.0
Maximum 90.0
This variable is numeric

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