Dataset: Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften ALLBUS 2010

Variable v966: MAGNITUDEPRESTIGE I88, EINORD. N. TERWEY

Literal Question

Ergänzender Kurzkommentar zur Variablenbeschreibung:
Magnitude-Prestigeskala (MPS): Einordnungsberuf (ISCO 1988) nach Terwey

0 Die relevanten Klassifikationspersonen sind ohne verwertbare Berufsangabe

Note:
Einordnungsberuf

Der Einordnungsberuf lässt auch für nicht erwerbstätige Befragte eine indirekte berufliche Klassifikation beispielsweise über den Beruf des/der Ehepartners/in oder des Vaters zu. Zweck des Einordnungsberufs ist es, für die Nichterwerbstätigen eine Beschreibung von Lebenslagen und sozialer Position zu erreichen, insofern sie auf einer (indirekten) Beziehung zum Beschäftigungssystem beruhen.

Zur Erläuterung siehe:
Franz Urban Pappi 1979: Sozialstrukturanalysen mit Umfragedaten. Probleme der standardisierten Erfassung von Hintergrundsmerkmalen in allgemeinen Bevölkerungsumfragen, Königstein/Ts.: Athenäum.


Pappi (1979: 297) weist darauf hin, dass mehrere Einordnungsweisen denkbar sind. Da der von ihm selbst vorgeschlagene Einordnungsberuf weitgehend "männerzentriert" ist (z.B. werden verheiratete Frauen nach dem Beruf ihres Ehemannes eingeordnet), wurde von Michael Terwey eine weniger "männerzentrierte" Alternative entwickelt. Diese neuere Einordnung trägt auch der Vorstellung Rechnung, dass in der heutigen Gesellschaft die unmittelbare Lage des Individuums selbst stärker als bisher seine soziale Position bestimmt.

Bei der Konstruktion des Einordnungsberufs nach Terwey wird in folgenden Schritten verfahren:

1) Allen hauptberuflich Erwerbstätigen wird der derzeitige eigene Beruf zugewiesen.

2) Bei ehemals Erwerbstätigen wird der Code des eigenen früheren Berufs zugeordnet.

3) Nur diejenigen verheirateten Frauen und Männer erhalten den Beruf ihres Ehepartners, welche selbst noch nie erwerbstätig waren. Ist der Ehepartner Schüler/Student, Hausfrau/Hausmann oder Wehr-/Zivildienstleistender, wird der Vaterberuf herangezogen. Ist der Ehepartner Rentner, arbeitslos oder aus anderen Gründen nicht erwerbstätig, wurde der Befragte in früheren ALLBUS-Jahrgängen nach dem letzten Beruf des Ehepartners eingeordnet. Im ALLBUS 2010 wurde dieser Beruf nicht erfragt, daher wurde der Einordnungsberuf in solchen Fällen als nicht bestimmbar codiert.

4) Verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Befragte, die selbst nie berufstätig gewesen sind, wurden in früheren ALLBUS-Jahrgängen nach dem Beruf des ehemaligen Ehepartners eingeordnet. Da die entsprechende Information im ALLBUS 2010 nicht verfügbar ist, wurden bei solchen Befragten die Einordnungsvariablen auf "nicht bestimmbar" gesetzt.

5) Alle ledigen Befragten, die selbst nie hauptberuflich erwerbstätig waren, werden über den Vaterberuf eingeordnet.

6) Eine generelle Ausnahme bilden Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende und Auszubildende, die grundsätzlich nicht als hauptberuflich erwerbstätig im Sinne dieser Einordnung behandelt werden. Bei ihnen wird wie bei den anderen Befragten, die keinen eigenen Hauptberuf haben, der jeweils nächstmögliche Beruf zur Einordnung herangezogen. Z.B. bei den verheirateten Befragten dieser Gruppe der gegenwärtige Beruf des Ehepartners oder, wenn auch hier keine Einordnung möglich ist, der Beruf des Vaters.

Falls bei einer der für die Einordnung relevanten Berufsangaben ein fehlender Wert (Beruf unzulänglich beschrieben, Verweigert, Weiß nicht oder Keine Angabe) auftritt oder alle relevanten Berufsangaben anderweitig keine Einordnung über einen Hauptberuf zulassen, ist kein Einordnungsberuf bestimmbar.

Im ALLBUS 2010 wurde der Einordnungsberuf nach Pappi nicht mehr gebildet, weil in Folge von Kürzungen der ALLBUS-Demographie dazu erforderliche Informationen für einen großen Teil der Befragten nicht mehr zur Verfügung stehen (zu den Kürzungen vgl. auch den Methodenbericht zum ALLBUS 1994).



--------------------------------------------------



Magnitude-Prestigeskala (MPS) (bezogen auf ISCO 1968 bzw. ISCO 1988)

Die Magnitude-Prestigeskala geht auf eine alternative Messung des Sozialprestiges von Bernd Wegener zurück. Diese Skala wurde speziell für die Verhältnisse in der Bundesrepublik konstruiert. Während die Treiman-Scores auf verbalen Beurteilungen beruhen, ist für das Magnitudeprestige eine psycho-physikalische Messmethode verwandt worden, wobei Befragte ohne die Vorgabe einer Kategorienliste implizite Verhältnisurteile über die relative Prestigegröße abgaben. In zwei repräsentativen Surveys (ZUMA-Bus 1979 und 1980) wurden jeweils insgesamt 50 Berufe vorgelegt, deren Ansehen die Befragten jeweils mit unterschiedlich langen Strichen ausdrücken konnten. Die schließlich nach arithmetischen Transformationen resultierende MPS-Skala beschreibt eine graduelle "Schließungsordnung" (mapping of social closure).

Einsteller Prestigeskala

0 0 Trifft nicht zu
97 999.7 Verweigert
98 999.8 Weiß nicht
99 999.9 Keine Angabe


Zur Erläuterung siehe:

Bernd Wegener 1984: Gibt es Sozialprestige? Konstruktion und Validität der Magnitude-Prestigeskala, ZUMA Arbeitsbericht 84/02.

Bernd Wegener 1985: Gibt es Sozialprestige? in: Zeitschrift für Soziologie 14: 209 - 235.

Values Categories
0 N. KLASSIFIZIERBAR

Summary Statistics

Valid cases 2717
Missing cases 110
Minimum 20.0
Maximum 186.8
This variable is numeric

Download

Metadata Index

This is the Metadata Index for a Nesstar Server.
Nesstar is a tool used for analysing, visualising and downloading datasets.

Click the "Explore Dataset" button to open the dataset.