Dataset: Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften ALLBUS 2010

Variable v956: TREIMANPRESTIGE I68, EINORD. NACH TERWEY

Literal Question

Ergänzender Kurzkommentar zur Variablenbeschreibung:
Berufsprestigeskala: Einordnungsberuf (ISCO 1968) nach Terwey

0 Die relevanten Klassifikationspersonen sind ohne verwertbare Berufsangabe

Note:
Einordnungsberuf

Der Einordnungsberuf lässt auch für nicht erwerbstätige Befragte eine indirekte berufliche Klassifikation beispielsweise über den Beruf des/der Ehepartners/in oder des Vaters zu. Zweck des Einordnungsberufs ist es, für die Nichterwerbstätigen eine Beschreibung von Lebenslagen und sozialer Position zu erreichen, insofern sie auf einer (indirekten) Beziehung zum Beschäftigungssystem beruhen.

Zur Erläuterung siehe:
Franz Urban Pappi 1979: Sozialstrukturanalysen mit Umfragedaten. Probleme der standardisierten Erfassung von Hintergrundsmerkmalen in allgemeinen Bevölkerungsumfragen, Königstein/Ts.: Athenäum.


Pappi (1979: 297) weist darauf hin, dass mehrere Einordnungsweisen denkbar sind. Da der von ihm selbst vorgeschlagene Einordnungsberuf weitgehend "männerzentriert" ist (z.B. werden verheiratete Frauen nach dem Beruf ihres Ehemannes eingeordnet), wurde von Michael Terwey eine weniger "männerzentrierte" Alternative entwickelt. Diese neuere Einordnung trägt auch der Vorstellung Rechnung, dass in der heutigen Gesellschaft die unmittelbare Lage des Individuums selbst stärker als bisher seine soziale Position bestimmt.

Bei der Konstruktion des Einordnungsberufs nach Terwey wird in folgenden Schritten verfahren:

1) Allen hauptberuflich Erwerbstätigen wird der derzeitige eigene Beruf zugewiesen.

2) Bei ehemals Erwerbstätigen wird der Code des eigenen früheren Berufs zugeordnet.

3) Nur diejenigen verheirateten Frauen und Männer erhalten den Beruf ihres Ehepartners, welche selbst noch nie erwerbstätig waren. Ist der Ehepartner Schüler/Student, Hausfrau/Hausmann oder Wehr-/Zivildienstleistender, wird der Vaterberuf herangezogen. Ist der Ehepartner Rentner, arbeitslos oder aus anderen Gründen nicht erwerbstätig, wurde der Befragte in früheren ALLBUS-Jahrgängen nach dem letzten Beruf des Ehepartners eingeordnet. Im ALLBUS 2010 wurde dieser Beruf nicht erfragt, daher wurde der Einordnungsberuf in solchen Fällen als nicht bestimmbar codiert.

4) Verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Befragte, die selbst nie berufstätig gewesen sind, wurden in früheren ALLBUS-Jahrgängen nach dem Beruf des ehemaligen Ehepartners eingeordnet. Da die entsprechende Information im ALLBUS 2010 nicht verfügbar ist, wurden bei solchen Befragten die Einordnungsvariablen auf "nicht bestimmbar" gesetzt.

5) Alle ledigen Befragten, die selbst nie hauptberuflich erwerbstätig waren, werden über den Vaterberuf eingeordnet.

6) Eine generelle Ausnahme bilden Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende und Auszubildende, die grundsätzlich nicht als hauptberuflich erwerbstätig im Sinne dieser Einordnung behandelt werden. Bei ihnen wird wie bei den anderen Befragten, die keinen eigenen Hauptberuf haben, der jeweils nächstmögliche Beruf zur Einordnung herangezogen. Z.B. bei den verheirateten Befragten dieser Gruppe der gegenwärtige Beruf des Ehepartners oder, wenn auch hier keine Einordnung möglich ist, der Beruf des Vaters.

Falls bei einer der für die Einordnung relevanten Berufsangaben ein fehlender Wert (Beruf unzulänglich beschrieben, Verweigert, Weiß nicht oder Keine Angabe) auftritt oder alle relevanten Berufsangaben anderweitig keine Einordnung über einen Hauptberuf zulassen, ist kein Einordnungsberuf bestimmbar.

Im ALLBUS 2010 wurde der Einordnungsberuf nach Pappi nicht mehr gebildet, weil in Folge von Kürzungen der ALLBUS-Demographie dazu erforderliche Informationen für einen großen Teil der Befragten nicht mehr zur Verfügung stehen (zu den Kürzungen vgl. auch den Methodenbericht zum ALLBUS 1994).



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Berufsprestigeskala

Diese Berufsprestigeskala basiert auf dem ISCO-Code von 1968.

Die Prestigewerte basieren auf empirischen Ergebnissen aus der internationalen Sozialforschung in unterschiedlichen Ländern. Berufe wurden dabei von den Befragten gemäß ihres Prestiges bzw. ihres sozialen Ansehens eingestuft. Nachfolgend wurde daraus eine Standardskala mit Werten abgleitet, die zwischen den hypothetischen Extremwerten 0 und 100 variiert.

Die Prestigewerte werden den Befragten zunächst nach den Kategorien ihres dreistelligen ISCO-Berufs zugewiesen. Den dort zunächst nicht bestimmbaren Fällen (Code 1004) wird, wenn möglich, gemäß der Berufsuntergruppe ein Prestigewert gegeben. Die nach der Berufsuntergruppe nicht einzuordnenden Fälle erhalten den Durchschnittswert ihrer Berufshauptgruppe. Lediglich die folgenden möglichen Kategorien aus der Berufshauptgruppe bleiben als "missing" definiert:

Einsteller Prestigeskala
0 0 Trifft nicht zu
97 99.7 Verweigert
98 99.8 Weiß nicht
99 99.9 Keine Angabe

Zur Erläuterung der Prestigeskala siehe:
Donald J. Treiman 1977: Occupational Prestige in Comparative Perspective, New York: Academic Press. (Hier insbesondere: Appendix A: Standard International Occupational Prestige)

Donald J. Treiman 1979: Begriff und Messung des Berufsprestiges in der international vergleichenden Mobilitätsforschung, in: Pappi, Franz Urban (Hg.): Sozialstrukturanalysen mit Umfragedaten. Probleme der standardisierten Erfassung von Hintergrundsmerkmalen in allgemeinen Bevölkerungsumfragen, Königstein/Ts.: Athenäum: 124 - 168.

Christof Wolf 1995: Sozio-ökonomischer Status und berufliches Prestige. Ein kleines Kompendium sozialwissenschaftlicher Skalen auf Basis der beruflichen Stellung und Tätigkeit, in: ZUMA-Nachrichten 37: 102 - 136.

Values Categories
0 N. KLASSIFIZIERBAR

Summary Statistics

Valid cases 2743
Missing cases 84
Minimum 14.4
Maximum 78.9
This variable is numeric

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